Evangeliumsschriften

Die Bibel, Johannes 4,4-15 und 25-30:

„Er (d.i. Jesus) mußte aber durch Samaria ziehen. Er kommt nun in eine Stadt Samarias, genannt Sichar, nahe bei dem Felde, welches Jakob seinem Sohne Joseph gab. Es war aber daselbst eine Quelle Jakobs. Jesus nun, ermüdet von der Reise, setzte sich also an die Quelle nieder. Es war um die sechste Stunde. Da kommt eine Frau aus Samaria, Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken. (Denn seine Jünger waren weggegangen in die Stadt, um Speise zu kaufen.) Die samaritische Frau spricht nun zu ihm: Wie bittest du, der du ein Jude bist, von mir zu trinken, die ich eine samaritische Frau bin? (Denn die Juden verkehren nicht mit den Samaritern.) Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Gottes kenntest, und wer es ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken, so würdest du ihn gebeten haben, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. Die Frau spricht zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn das lebendige Wasser? Du bist doch nicht größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gab, und er selbst trank aus demselben und seine Söhne und sein Vieh? Jesus antwortete und sprach zu ihr: Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wiederum dürsten; wer irgend aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm geben werde, den wird nicht dürsten in Ewigkeit; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle Wassers werden, das ins ewige Leben quillt. (....) Die Frau spricht zu ihm: Ich weiß, daß der Messias kommt, welcher Christus genannt wird; wenn jener kommt, wird er uns alles verkündigen. Jesus spricht zu ihr: Ich bin es, der mit dir redet. (...) Die Frau nun ließ ihren Wasserkrug stehen und ging weg in die Stadt und sagt zu den Leuten: Kommet, sehet einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was irgend ich getan habe; dieser ist doch nicht etwa der Christus? Sie gingen zu der Stadt hinaus und kamen zu ihm.“

Ein müder Mann sitzt am Jakobsbrunnen; er hatte das Gebiet der Pharisäer verlassen. Es ist Jesus. Er kam in Liebe zu den Seinen, um sie von ihren Sünden zu retten; aber sie nahmen ihn nicht auf. Müde und betrübt war Sein liebevolles Herz, als Er um die sechste Stunde am Jakobsbrunnen saß.

Da kommt eine Frau mit ihrem Wasserkrug zu dem Brunnen. Mit dieser Frau wollten die stolzen Pharisäer nur ungern sprechen wollten. Sie ist eine verachtete Samariterin. Und das ist noch nicht alles: Sie ist ein armes, elendes Wesen, das in offener Sünde lebt. Sie ahnt nicht, dass sie gleich dem Auge dessen begegnen wird, der alles weiß, was sie je getan hat. Sie kommt zum Brunnen und ist erstaunt, dass Jesus, der Jude ist, sie bittet, ihm zu trinken zu geben. „ Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Gottes kenntest, und wer es ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken, so würdest du ihn gebeten haben, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben“ (Johannes 4,10). Er hat nicht gesagt: „Wenn du nicht so eine große Sünderin wärst.“ Er hat auch nicht gesagt: „Wenn du dich bekehrst und eine heilige Frau wirst, dann werde ich dir lebendiges Wasser geben.“ Nein! Nein! Nein! Er ließ sie wissen, dass Er alles wusste, was sie jemals getan hatte. Aber es lag eine solche Tiefe des Mitleids, der Gnade und des Erbarmens in dem wundersamen Blick, eine so zärtliche Liebe zu der Sünderin in diesen Worten, dass es ihr Herz gewann, dass es ihre Seele bekehrte. Christus wurde ihr offenbart, sie verließ ihren Wasserkrug und ging in die Stadt. Sie war so erfüllt von Christus, dass sie ihre eigene Schande vergaß und sagte: „ Kommet, sehet einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was irgend ich getan habe; dieser ist doch nicht etwa der Christus?

Mein Leser, kannst Du dem Auge dessen begegnen, der jeden Gedanken deines Herzens von Kindheit an kennt? Alles, was Du je getan hast, liegt offen und bloß vor Seinem Auge! Wie kann es sein, dass es nichts in Jesus gab, was diese elende Sünderin abgestoßen hätte? Und was bedeuten diese Worte:„Wenn du die Gabe Gottes kenntest“ usw.? Ist das etwa die eine große Sache, die ein armer, elender Sünder braucht? Ja, das ist es; es kann kein Irrtum darüber sein, denn Jesus sagt es. Welcher Nation mein Leser auch angehören mag, welche Sünden er auch begangen haben mag, das Erste, was er braucht, sind keine Sakramente, nicht die Fürsprache von Heiligen oder gute Werke; nein, das, was er braucht, ist, die Gabe Gottes zu kennen.

Sie fragen, wer und was die Gabe Gottes ist?

Derselbe, der jener armen samaritanischen Sünderin begegnete: Jesus, der Sohn Gottes; wie auch geschrieben steht: „ Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe .“ „Die Gnadengabe Gottes aber (ist) ewiges Leben in Christo Jesu.“ Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht .“

Mein Leser, es ist ein Geschenk, ein Geschenk, ein Gabe; oh, wenn Du das wüsstest! Du kannst es nicht kaufen; Du kannst es nicht verdienen. Er, der alles weiß, was Du je getan hast, alles, was Du bist, stellt Dir Jesus, den Gekreuzigten, Jesus, den Auferstandenen, Jesus, den Verherrlichten vor Augen. Kennst Du Ihn, die Gabe aller Gaben?

Sagst du: „Aber meine Sünden sind schwer, sie drücken mich nieder, was soll ich tun“? Wenn Du die Gabe Gottes kennen würdest! Ja, auch wenn Du jede Sünde begangen hast, die in dieser dunklen Welt begangen wurde, so übertrifft doch Gottes Gabe, die „Erlösung durch sein Blut“, all das. „ Das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde. “ Seine ganze Tätigkeit bestand darin, genau solche beschwerten, müden, niedergeschlagenen Sünder zu retten, wie Sie es sind. Gepriesen sei Sein heiliger Name, das Werk ist vollbracht. Möge Gott Ihrer Seele, mein Leser, Jesus Christus offenbaren. Lebensveränderung und Heiligkeit werden folgen. Aber das Erste ist die Gabe Gottes.

„Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, auf daß er die Welt richte, sondern auf daß die Welt durch ihn errettet werde. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.“ Johannes 3,16-18

„Gott sei Dank für seineunaussprechliche Gabe!“ 2. Korinther 9,15




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